Aktuell ist das Thema Nachhaltigkeit in aller Munde und dennoch wird es hinsichtlich der Ernährung so oft ignoriert. Was ist nachhaltige Ernährung überhaupt? Nachhaltige Ernährung bezeichnet eine Ernährungsweise, die beabsichtigt, negative Auswirkungen auf die Umwelt zu vermeiden. Ein bewusster Ressourcenverbrauch kann dabei helfen. Dieser führt nicht nur zur Sicherung des eigenen, gesunden Lebens, sondern auch dem der nachfolgenden Generationen. Durch die Verringerung der Lebensmittelverschwendung und der damit einhergehenden Abfallproduktion kann der ökologische Fußabdruck eines Einzelnen maßgeblich reduziert werden. Im Folgenden sind 8 einfach umzusetzende Tipps aufgeführt, die eine nachhaltige Ernährung ohne großen Aufwand ermöglichen.

Tipp 1: Leistungswasser trinken

Der simpelste Tipp zuerst: Auf Wasser aus dem Hahn umsteigen. Wenn jemand das Privileg hat, Zugang zu sauberem Leitungswasser zu haben, dann sollte er es auch nutzen. Flaschen kaufen, nach Hause tragen, nach dem Verzehr wieder zum Supermarkt zurückbringen und dafür auch noch unnötig Geld ausgeben ist sowas von 2018. Jetzt heißt es: Hahn auf, das saubere Leitungswasser in ein Glas füllen, trinken und Sinnvolleres mit der gewonnenen Zeit anfangen. Deutsches Kranwasser unterliegt den Richtlinien der Trinkwasserverordnung und erfüllt somit höchste Wasserqualität-Standards.

Tipp 2: Verpackungsfrei/ Unverpackt einkaufen

Es ist kein Geheimnis: Weniger Verpackung = weniger Müll. Die Praxis gestaltet sich dabei jedoch oftmals schwieriger als die Theorie. Dabei gibt es im Jahr 2019 unzählige Möglichkeiten für plastikarmes Einkaufen. Zielführend ist dafür, das Meiden von klassischen Supermärkten durch den Umstieg auf Wochenmärkte oder Unverpackt-Läden. Davon gibt es mittlerweile immer mehr. Dort können alle Waren verpackungsfrei eingekauft und in mitgebrachte Behälter abgefüllt werden. Alternativ besteht auch die Option, Behältnisse vor Ort zu erwerben oder gegen einen Pfandbetrag zu leihen. Unverpackt-Läden sind eine tolle Möglichkeit bewusster einzukaufen, da man sich die benötigten Mengen dort individuell nach eigenem Belieben abfüllen kann. Beim Besuch im klassischen Supermarkt sollte man neben dem selbst mitgebrachten Mehrweg-Beutel für alle Einkäufe, auch immer ein Beutel für unverpacktes Obst und Gemüse im Schlepptau haben. Dann kann auch hier auf die Plastiktüte verzichtet werden. So leistet man ganz einfach einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz.

Tipp 3: BIO is beautiful

BIO zertifizierte Lebensmittel gelten häufig als teuer. „Bio kann ich mir nicht leisten“ – Bio bedeutet nicht immer gleich teuer. Mittlerweile bietet fast jeder Supermarkt verhältnismäßig günstige Eigenmarken-Alternativen zum teuren Markenprodukt. Natürlich sind diese auch etwas kostspieliger als die klassischen Eigenmarken, jedoch sollte der Preis in dem Fall kein Kaufkriterium sein. Im Gegenteil, wer nachhaltig kauft, kauft häufig bewusster und am Ende auch weniger. Wer kennt nicht die verlockenden Angebote und Mengenrabatte im Supermarkt, die dafür sorgen, dass man viel mehr kauft, als eigentlich benötigt wird. Beim Verzicht auf solche Angebote, kann das gesparte Geld anschließend in hochwertige Nahrungsmittel investiert werden. Diese können mit gutem Gewissen verzehrt werden und schmecken somit direkt viel besser. Versprochen!

Tipp 4: Regional und saisonal einkaufen

Wie bereits im Blogbeitrag Nachhaltiger Konsumieren dargestellt, wirkt sich der Griff zu regionalen und saisonalen Lebensmitteln positiv auf die Klimabilanz aus. Regionale Lebensmittel sind zudem häufig geschmackvoller und günstiger als andere, da sie keine langen Transportwege und somit kürze Kühlketten hinter sich haben. Wenn die Lebensmittel deutlich teurer als für gewöhnlich sind, kann das ein Hinweis dafür sein, dass diese gerade keine Saison haben und mit Sicherheit nicht aus der Region stammen. Im Internet gibt es viele Möglichkeiten, sich durch regionale und saisonale Lebensmittel-Kalender über die aktuelle Saison zu informieren.

Tipp 5: Das Ende der Wegwerfgesellschaft

Laut einer WWF Studie von 2018 landen in Deutschland rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll – das entspricht etwa 1/3 der produzierten Lebensmittel für Deutschland. Dabei entsteht der Großteil der Abfälle in privaten Haushalten. Gründe dafür können ein abgelaufenes Haltbarkeitsdatum, eine unschöne Optik oder Fehlkäufe sein, häufig erzeugt durch Mengenangebote oder Rabattaktionen.

In Puncto Haltbarkeit sollte beachtet werden, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht ohne Grund Mindesthaltbarkeitsdatum heißt. Häufig sind die Produkte deutlich länger genießbar als angegeben und sagen nichts über das wahre Verfallsdatum aus. Sollte man selbst nicht mehr bereit sein diese Lebensmittel zu konsumieren oder schafft es zeitlich einfach nicht, weil man beispielsweise in den Urlaub fliegt, besteht die Möglichkeit nicht mehr benötige Lebensmittel über Apps wie https://foodsharing.de/ wilkommen zu verschenken.

Oftmals kann der Grund auch mangelnde Kreativität beim Kochen und Ernähren sein, der Menschen dazu verleitet, Reste von Lebensmitteln wegzuwerfen, anstatt sie in einem Resteessen zu verwerten. Im Internet gibt es viele Vorschläge für Gerichte zur Resteverwertung.

Die Entscheidung beginnt meist schon im Supermarkt: „If you want a change for the world start with yourself“ – Ausnahmsweise mal derjenige sein, der nach der Banane mit den braunen Stellen greift, die sonst immer gekonnt ignoriert wird. Eine Banane wird in der Regel ohne Schale verzerrt und somit sollte die Optik bei der Kaufentscheidung keine Rolle spielen.

Impulskäufe sollten vermieden werden, indem nur das gekauft wird, was wirklich gebraucht wird. Häufig kauft man Lebensmittel, insbesondere Gemüse und Obst, in Mehrfachpackungen, obwohl man eigentlich nur ein einzelnes Produkt benötigt. Wenn es keine konkreten Verwertungspläne für diese Lebensmittel gibt, sollte man sie liegen lassen und alternativ einen ökologischen Wochenmarkt oder verpackungsfreien Supermarkt aufsuchen. Dank dem Privileg zu jeder Tageszeit (und mittlerweile auch bis spät abends) in den Supermarkt zu gehen, müssen Lebensmittel nicht mehr gehortet werden. Das ermöglicht problemlos einen bewussteren Konsum von dem, was anschließend auch wirklich gegessen werden kann.

Tipp 6: Weniger Fleisch essen

Sowohl der CO2-, als auch der Wasserverbrauch eines Fleischessers sind deutlich höher als die eines Vegetariers und doppelt so hoch im Vergleich zu Personen, die sich vegan ernähren. Das bedeutet nicht, dass man von heute auf morgen vegetarisch leben muss, aber Fleisch und auch Fisch essen sollte wieder etwas Besonderes und nichts Selbstverständliches sein. „Zurück zum Sonntagsbraten“ fordern Umweltaktivisten. Für die Tierhaltung und Ernährung werden riesige Flächen von Wälder gerodet und Massen an Treibhausgasen freigesetzt. Von den teilweise unzumutbaren Zuständen der industriellen Massentierhaltung ganz zu Schweigen. Es gibt einen Grund, warum Fleisch teilweise spottbillig ist.  Das sollte niemand unterstützen. Durch eine bewusstere Ernährung und die Investition in hochwertige Produkte kann jeder einen kleinen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten.

Tipp 7: Die Küche – der Ort des Geschehens

Nicht nur Lebensmittel spielen hinsichtlich nachhaltiger Ernährung eine bedeutende Rolle, sondern auch die richtige Auswahl der Geräte zur Lagerung und Zubereitung. Wie bereits in Blogbeitrag nachhaltiger Wohnen detaillierter aufgeführt, ist die effiziente Auswahl der Elektrogeräte sehr wichtig. Zur Minimierung des Kohlendioxid- Ausstoßes ist es hilfreich vom Elektro- auf den Gasherd umzusteigen. Außerdem sollte vor dem Kauf eines jeden Geräts ein Blick auf die Energieeffizienzklasse geworfen werden. Bei Küchenutensilien lohnt sich die Investition in hochwertigere Produkte aufgrund ihrer langen Lebensdauer.

Aber auch ohne den Neukauf von Küchengeräten kann man in der Küche nachhaltiger und fair agieren. Um die Verschwendung von Energie- und Wasser zu reduzieren, sollte die Spülmaschine vor dem Anstellen komplett voll sein. Bei der Lagerung von Essensresten bitte auf die Produktion von weiterem Müll verzichten. Zur Aufbewahrung benötigt es nicht unbedingt Plastikdosen oder Frischhaltefolien, es gibt viele plastikfreie Alternativen aus Porzellan, Glas oder Edelstahl. Die Entsorgung kann auch nachhaltig von Statten gehen, indem man auf klassische Mülltüten verzichtet und stattdessen welche aus Altpapier, wie ausgelesene Zeitungen, wählt.

Tipp 8: Gemeinsam kochen

Zu mehreren speist es sich besser als allein. Nicht nur, dass das gemeinsame Einkaufen und Kochen, Aufwand, Geld und Energie spart, es macht auch deutlich mehr Spaß. Wieso getrennt essen und sich anschließend auf ein oder zwei Drinks treffen? Es ist viel schöner, gemeinsam im Freundeskreis zu kochen. Dafür kann beispielsweise ein wöchentlicher Kochabend eingeführt werden, der jede Woche bei wem anders stattfindet. So spart man nicht nur wertvolle Ressourcen, sondern kann sich vielleicht auch noch den ein oder anderen Trick in der Küche abgucken. Einfach mal ausprobieren!

 

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