Eine Möglichkeit des nachhaltigen Reisens ist der sanfte Tourismus – auch nachhaltiger Tourismus genannt. Dieser umfasst drei grundlegende Elemente. Zum einen soll die Umwelt so unbeschadet wie möglich durch die Anwesenheit des Reisenden bleiben. Dafür ist es wichtig, dass Touristen nicht auf die Natur einwirken, sondern sie in ihrem Urzustand erleben und akzeptieren. Die Natur soll nicht dem Menschen weichen, sondern dieser soll sich ihr und der Kultur des Landes so gut es geht anpassen.

Im Folgenden findest du einige Hinweise, die dir helfen können, nachhaltiger zu reisen und die Regeln des nachhaltigen Tourismus zu beachten und einzuhalten.

Hinweis 1: Je weiter die Reise, desto größer der ökologische Fußabdruck

Mit dem Reisen ist es wie mit allen Faktoren, die (negative) Folgen für die Umwelt mit sich bringen: Jeder muss für sich selbst verantworten, welches Fortbewegungsmittel, welches Elektrogerät und welchen Stromanbieter er wählt. Wenn man sein Reiseziel mit einem motorisierten Fahrzeug wie beispielsweise einem Flugzeug oder Auto ansteuert, dann stellt das immer eine erhebliche Belastung für die Umwelt dar. Es unterscheidet sich je nach Fahrzeug lediglich die Höhe der Umweltbelastung, sprich CO2-Emissionen.

Es gilt: Je weiter die Reise, desto länger sollte der Aufenthalt sein. Sprich besser einen langen Urlaub als zwei kurze bei gleicher Entfernung des Reiseziels buchen. Das kann zu großen Emissions-Einsparungen führen. Der WWF gibt folgende Richtlinien als Orientierungshilfe:

  • Kein Flug unter 700 Kilometern. Bei dieser Distanz empfiehlt sich die Nutzung von Reisebussen oder der Bahn. Das ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern meistens auch schneller als mit dem Auto oder Flugzeug.
  • Für Distanzen ab 700 Kilometern sollten mindestens acht Tage Aufenthalt geplant sein.
  • Ab 2.000 Kilometern sollte der Aufenthalt mindestens 15 Tage betragen.

Hinweis 2: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah

Waren weit entfernte Urlaubsziele in der Vergangenheit total im Trend, weiß man es heute besser: Lange Fernreisen sind toll, um neue Kulturen und eine andere Art des Lebens kennenzulernen – jedoch sind nun auch die negativen Folgen solcher Reisen bekannt. Aus diesem Grund hat eine Fernreise immer häufiger einen bitteren Beigeschmack und das ist auch gut so. Handelt es sich bei dem Urlaub um einen reinen Strandurlaub, der lediglich der Entspannung dienen soll, muss man vielleicht nicht zwangsläufig den Flieger nehmen. Hier findest du einen tollen Überblick über attraktive Urlaubsorte in Europa. Eventuell tut es sogar ein inländisches Reiseziel.

Hinweis 3: Nachhaltige Unterkünfte

Besonders bei der Wahl der Unterkunft spielt Nachhaltigkeit eine bedeutende Rolle. Man kann z.B. die Buchung von Bio-Hotels, -Bauernhöfen oder Bio-Campingplätzen priorisieren. Da ist man meistens auf der sicheren Seite. Reiseveranstalter wie zum Beispiel Bookitgreen helfen dir dabei deine perfektes Unterkunft zu finden, die fair und  ökologisch ist. Bei „klassischen“ Unterkünften sollten Faktoren wie Mülltrennung, Tierhaltung, Lebensmittel- sowie Ressourceneinsatz beachtet werden. Ein essentieller Faktor ist die Vermeidung von All-Inclusive-Angeboten in jeglicher Hinsicht. Diese fügen der Umwelt erhebliche Schäden zu und stellen somit das Kontrastprogramm zu nachhaltigen Tourismus dar.

Hinweis 4: Andere Länder, andere Sitten

Ein großer Vorteil, den Deutschland anderen Ländern voraus hat ist der freie (und unendliche) Zugang zu sauberem und trinkbarem Wasser. Aber nur, weil wir das von zu Hause zu gewohnt sind, heißt das nicht, dass wir unseren Gepflogenheiten auch im Ausland problemlos nachgehen können. Viele Bevölkerungen, insbesondere in heißen Gebieten, sind von Wasserknappheit befallen. Unmengen von Wasser werden für Pools, Grünflächen sowie Golfplätze von Hotels benötigt. Ein Tourist verbraucht durchschnittlich doppelt so viel Wasser wie ein Einheimischer. Aus diesem Grund sollte man sparsam mit dem Wasser umgehen und seinen Verbrauch gegebenenfalls reduzieren. Tut man dies nicht, leidet vor allem die einheimische Bevölkerung unter den Folgen. Neben dem Wasserverbrauch sollten natürlich auch Faktoren wie das Konsumverhalten sowie die Ressourceneinsparung und Müllentsorgung berücksichtigt werden.

Hinweis 5: Das eigene Verhalten in jeglicher Hinsicht reflektieren

Die im Hinweis 1 bis 4 aufgeführten Punkte waren nur ein Auszug der Punkte, die ein Reisender beachten sollte. Im besten Fall fängt man schon zuhause beim Koffer packen an. Wer kennt’s nicht? Koffer voll, die Hälfte nicht angezogen. Je weniger Gepäck, desto weniger Gewicht, desto geringer der CO2-Ausstoß. Nicht nur die Anreise sollte nachhaltig stattfinden, sondern auch die Fortbewegung vor Ort. Hier gilt öffentliche Verkehrsmittel statt Taxi oder Mietwagen. Bei den Urlaubsaktivitäten sollten auch die Rahmbedingungen des Landes berücksichtigt werden. Golfanlagen in heißen Regionen verbrauchen beispielsweise Unmengen an Wasser. Auch die Tierhaltung im Ausland ist ein häufig kritisierter Punkt. Bei der Verpflegung kann man insbesondere kleine Familienunternehmen unterstützten, dort kriegt man meist auch das authentischste und leckerste Essen.

Durch sanften Tourismus und die Wahl eines nachhaltigen Verkehrsmittel (z.B. Bahn statt Flug) spart man Emissionen, schützt die Umwelt und ist fair. In welchem Ausmaß man die zuvor aufgeführten Punkte in Rahmen seiner Urlaubsreise berücksichtigt, ist jedem selbst überlassen. Das Ziel sollte dennoch sein, die Umwelt und die gesamte Erde so gut es geht zu schützen, denn am Ende des Tages gibt es eben nur diese eine. 

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